Gerbera gehören zu den beliebtesten Schnittblumen überhaupt — und das zu Recht. Ihre großen, leuchtenden Blüten in Orange, Gelb, Pink, Rot und Weiß bringen sofort Farbe in jeden Raum. Trotzdem hört man oft: 'Meine Gerbera hängen nach zwei Tagen schon durch.' Das muss nicht sein. Wer ein paar grundlegende Dinge beim Gerbera pflegen beachtet, verlängert die Haltbarkeit auf 10 bis 14 Tage — manchmal sogar länger.
Gerbera haben im Vergleich zu anderen Schnittblumen einen langen, hohlen Stiel. Genau das ist ihre Schwachstelle: Bakterien siedeln sich schnell im Stielinneren an und blockieren die Wasseraufnahme. Wenn der Stiel nicht mehr ausreichend Wasser transportiert, hängt die Blüte innerhalb von Stunden ab — obwohl noch Wasser in der Vase ist.
Hinzu kommt, dass Gerbera empfindlich auf Ethylen reagieren. Dieses natürliche Reifegas, das zum Beispiel reifes Obst oder welkende Blumen abgeben, beschleunigt das Verblühen erheblich. Im Gerbera Blumenlexikon finden Sie außerdem interessante Hintergründe zur Botanik und Herkunft dieser Blume. Wer das versteht, pflegt bewusster und erzielt bessere Ergebnisse.
Für die optimale Pflege von Gerbera benötigen Sie keine teuren Hilfsmittel. Das meiste haben Sie wahrscheinlich bereits zu Hause:
Wichtig: Die Vase sollte nicht zu hoch sein. Gerbera stehen stabiler, wenn der Stiel nur etwa 5–8 cm im Wasser steht. Bei zu viel Wasser fault der Stiel schneller. Eine niedrige, breite Vase oder ein Kelchglas eignet sich daher besonders gut.
Selbst mit gutem Willen passieren beim Pflegen von Gerbera immer wieder die gleichen Fehler. Hier sind die drei häufigsten:
Gerbera sehen auf einem sonnigen Fensterbrett wunderschön aus — aber die Hitze schadet ihnen enorm. Direkte Sonne lässt die Blüten schnell verblassen und trocknet die Stiele aus. Stellen Sie Gerbera lieber an einen hellen, aber nicht direkt besonnten Platz, weg von Heizkörpern und Zugluft. Ideal sind Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad.
Eine Obstschale neben der Gerbera-Vase wirkt dekorativ, ist aber kontraproduktiv. Reifes Obst — besonders Äpfel und Bananen — gibt Ethylengas ab, das Gerbera innerhalb von ein bis zwei Tagen welken lässt. Gleiches gilt für bereits welkende Blumen im selben Strauß: Entfernen Sie diese sofort.
Viele stellen Gerbera in eine hohe Vase mit viel Wasser — in der Annahme, dass mehr Wasser besser ist. Das Gegenteil ist der Fall: Zu viel Wasser fördert Fäulnis am Stiel. Halten Sie den Wasserstand niedrig und wechseln Sie es dafür häufiger.
Wer Gerbera direkt vom Züchter bezieht, hat einen entscheidenden Vorteil: Die Blumen sind frischer und haben noch keine langen Transport- und Lagerungszeiten hinter sich. Wer einen Gerbera Strauß bestellen möchte, sollte auf Anbieter achten, die direkt aus den Niederlanden liefern — dort werden die meisten Gerbera für den europäischen Markt gezüchtet.
Ein weiterer Profi-Tipp: Stellen Sie frisch gelieferte Gerbera zunächst für zwei bis drei Stunden in kühles Wasser (etwa 10–12 Grad), bevor Sie sie in die endgültige Vase stellen. Dieser sogenannte 'Conditioning'-Schritt ermöglicht es den Stielen, sich vollständig mit Wasser zu sättigen, was die Standfestigkeit der Blüten deutlich verbessert.
Kombinieren Sie Gerbera in Sträußen mit robusten Begleitblumen wie Chrysanthemen oder dem eleganten Lisianthus — beide vertragen ähnliche Pflegebedingungen und ergänzen die leuchtenden Gerbera-Farben optisch hervorragend.
Gerbera sind das ganze Jahr über erhältlich, da sie hauptsächlich in Gewächshäusern gezüchtet werden. Dennoch gibt es saisonale Unterschiede, die die Pflege beeinflussen:
Beim Kauf im Winter sollten Sie außerdem darauf achten, dass die Blumen beim Transport nicht der Kälte ausgesetzt waren. Frostschäden zeigen sich oft erst nach ein bis zwei Tagen als braune Flecken auf den Blütenblättern. Frische Blumen aus zuverlässiger Quelle haben dieses Problem in der Regel nicht.
Das ist fast immer ein Zeichen dafür, dass der Stiel die Wasseraufnahme eingestellt hat — entweder durch Bakterien, einen verstopften Stielquerschnitt oder eine Luftblase im hohlen Stiel. Lösung: Stiel schräg neu anschneiden, Vase reinigen, frisches Wasser einfüllen. Manchmal hilft es auch, die Gerbera für eine Stunde komplett in lauwarmes Wasser zu legen (Stiel und Blüte), damit sich der Stiel wieder vollsaugt.
Bei guter Pflege — regelmäßiger Wasserwechsel, saubere Vase, kühler Standort, kein Obst in der Nähe — halten Gerbera 10 bis 14 Tage. Ohne besondere Pflege oft nur 4 bis 6 Tage. Der Unterschied liegt fast ausschließlich in der konsequenten Umsetzung der oben genannten Schritte.
Ja, aber mit Bedacht. Gerbera vertragen sich gut mit Chrysanthemen, Lisianthus und den meisten frischen Blumen aus dem Gartencenter. Vermeiden Sie die Kombination mit Narzissen: Diese geben einen Saft ab, der für andere Blumen — darunter auch Gerbera — giftig ist. Wenn Sie Narzissen und Gerbera zusammen arrangieren möchten, stellen Sie die Narzissen zunächst 24 Stunden allein in Wasser, bevor Sie sie kombinieren.