Stundenlang in der Hand halten, Fotos im Freien, Tanz auf der Feier — ein Brautstrauss muss einiges durchhalten. Dabei ist es kein Zufall, ob er am Abend noch genauso strahlt wie beim Einzug in die Kirche. Mit ein paar einfachen Maßnahmen vor und während der Hochzeit lässt sich die Frische deutlich verlängern.
Frisch geschnittene Blumen verlieren nach dem Schnitt kontinuierlich Wasser. Ohne ausreichende Versorgung schließen sie ihre Spaltöffnungen, die Blütenblätter werden weich und verlieren ihre Farbe. Bei einem normalen Strauss zuhause stellt man ihn einfach ins Wasser — beim Brautstrauss ist das nicht möglich.
Hinzu kommt: An einem Hochzeitstag herrschen oft ungünstige Bedingungen. Direkte Sonneneinstrahlung beim Fotoshooting, Wärme in der Kirche oder im Festsaal, und stundenlanges Halten in der Hand — all das beschleunigt das Welken. Wer seinen Brautstrauss pflegen möchte, beginnt deshalb bereits am Vorabend der Hochzeit.
Für eine optimale Pflege des Brautstrausses benötigen Sie keine teuren Spezialprodukte. Die meisten Hilfsmittel haben Sie bereits zuhause oder können sie günstig kaufen.
Wenn Sie Ihren Brautstrauss frisch bestellen, achten Sie darauf, dass er möglichst ein bis zwei Tage vor der Hochzeit ankommt. So haben die Blumen Zeit, sich nach dem Transport zu erholen und vollständig mit Wasser zu sättigen — das nennen Floristen 'konditionieren'.
Die folgenden Schritte gelten für die Zeit vom Empfang des Strausses bis zum Ende des Hochzeitstages. Halten Sie sich an diese Reihenfolge, und Ihr Strauss wird stundenlang frisch bleiben.
Viele Bräute machen unbewusst Fehler, die den Strauss unnötig schnell welken lassen. Diese drei Fallen sollten Sie kennen.
Manche Bräute nehmen den Strauss bereits Stunden vor der Trauung aus dem Wasser, damit er 'bereit' ist. Dabei sollte er bis zur letzten Minute im Wasser stehen. Erst kurz vor dem Einzug herausnehmen — die Blüten sind dann optimal gesättigt.
Beim Outdoor-Fotoshooting im Hochsommer kann direkte Sonne einem Strauss innerhalb von 30 Minuten erheblich schaden. Planen Sie Fotos nach Möglichkeit im Schatten oder in den frühen Morgenstunden. Für Sommer-Hochzeiten eignen sich robustere Blumen wie Lisianthus, Chrysanthemen oder Sonnenblumen besser als empfindliche Gardenien.
Leitungswasser enthält oft Kalk und Chlor, die die Wasseraufnahme hemmen können. Verwenden Sie gefiltertes Wasser oder lassen Sie Leitungswasser eine Stunde stehen, bevor Sie den Strauss hineinstellen. Schnittblumennahrung senkt den pH-Wert des Wassers leicht, hemmt Bakterienwachstum und versorgt die Blüten mit Zucker — ein deutlicher Unterschied zu reinem Wasser.
Blumen, die direkt vom Züchter kommen, haben einen entscheidenden Vorteil: Sie sind frischer als Blumen, die tagelang im Großhandel oder in Supermarktkühlregalen lagen. Wer einen frische Brautstrauss bestellen möchte, sollte auf kurze Lieferwege und Züchter-Direktversand achten — das gibt den Blüten mehr Energie für den großen Tag.
Floristen empfehlen außerdem, bei der Strauss-Zusammenstellung auf die Jahreszeit zu achten. Saisonale Blumen sind nicht nur günstiger, sondern auch robuster — sie sind an die aktuellen Klimabedingungen angepasst. Ein klassischer weißen Blumenstrauss aus Ranunkeln und Freesien im Frühling hält deutlich länger als derselbe Strauss im August.
Ein weiterer Tipp vom Profi: Aspirin im Wasser ist ein weit verbreiteter Mythos. Es senkt zwar den pH-Wert, ersetzt aber keine Blumennahrung. Echte Schnittblumennahrung enthält Biozide gegen Bakterien und Zucker als Energiequelle — das ist deutlich effektiver.
Die Jahreszeit beeinflusst stark, wie intensiv Sie Ihren Brautstrauss pflegen müssen. Im Sommer (Juni bis August) sind die Bedingungen am anspruchsvollsten: Hitze, Trockenheit und intensive Sonne setzen empfindlichen Blüten zu. Hier ist konsequentes Kühlen und Besprühen besonders wichtig.
Im Frühling (März bis Mai) und Herbst (September bis Oktober) sind die Bedingungen deutlich günstiger. Temperaturen zwischen 15 und 20 °C sind ideal für die meisten Schnittblumen. Klassische Frühlingssträusse mit Tulpen, Narzissen oder Ranunkeln sind einfacher zu pflegen als exotische Sommervarianten.
Winterhochzeiten (November bis Februar) bringen eigene Herausforderungen: Heizungsluft in Innenräumen ist extrem trocken und schadet Blüten genauso wie Sommerhitze. Hier hilft regelmäßiges Besprühen besonders. Robuste Winterblumen wie Amaryllis, Wachsblumen oder Eucalyptus sind für Winterhochzeiten ideal. Ein Wildblumenstrauss mit trockenresistenten Sorten ist ebenfalls eine schöne und langlebige Option für rustikale Winter-Hochzeiten.
Viele Bräute möchten ihren Strauss als Erinnerung bewahren. Die einfachste Methode ist das Trocknen: Den Strauss kopfüber an einem trockenen, dunklen und gut belüfteten Ort aufhängen. Nach zwei bis drei Wochen sind die Blüten vollständig getrocknet und behalten ihre Form. Rosen, Lavendel und Hortensien eignen sich besonders gut zum Trocknen.
Alternativ können Sie einzelne Blüten pressen und in einem Bilderrahmen aufbewahren, oder einen Spezialisten mit der Gefriertrocknung beauftragen — diese Methode erhält Farbe und Form am besten, ist aber kostspielig (150–400 Euro je nach Strauss).
Das hängt stark von den Blumensorten und den Umgebungsbedingungen ab. Gut konditionierte Rosen oder Lisianthus halten bei kühlen Temperaturen (unter 20 °C) und hoher Luftfeuchtigkeit vier bis sechs Stunden ohne Wasser. Bei Hitze und Sonne kann diese Zeit auf zwei Stunden sinken. Empfindliche Blumen wie Maiglöckchen oder Gardenien sollten möglichst selten und kurz aus dem Wasser genommen werden.
Ja — und das ist sogar empfehlenswert. Ein guter Florist stellt den Strauss am Vorabend fertig, damit die Blüten über Nacht Wasser aufnehmen können. Wichtig ist, dass der fertige Strauss dann in einer Vase mit frischem Wasser und Blumennahrung bei kühler Temperatur aufbewahrt wird. Am Hochzeitsmorgen ist er dann vollständig 'getrunken' und hält deutlich länger.
Zu den langlebigsten Schnittblumen für Brautsträusse gehören: Lisianthus (hält 10–14 Tage), Orchideen (7–14 Tage), Chrysanthemen (7–10 Tage), Rosen (5–8 Tage bei guter Pflege) und Wachsblumen (10–14 Tage). Weniger geeignet für lange Hochzeiten sind Maiglöckchen, Mohnblumen und Anemonen — sie sind zwar wunderschön, aber deutlich empfindlicher.
Egal für welchen Stil Sie sich entscheiden — ob klassischen roten Blumenstrauss, romantisch-weißen Look oder buntes Wildblumen-Arrangement: Die Pflege macht den Unterschied zwischen einem Strauss, der den ganzen Tag strahlt, und einem, der bereits beim Hochzeitsessen schlappmacht. Wer früh genug plant und die richtigen Blumen wählt, hat an seinem großen Tag die schönsten Erinnerungsfotos. Alle Blumensträusse, von klassisch bis modern, finden Sie in der großen Auswahl an Blumensträusse auf Regionsflorist.de — direkt vom Züchter, immer frisch.